12. CJD Jugendforum: ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST

24.11.2016 CJD BBW Frechen « zur Übersicht
  • inklusives Festival mit mehr als 300 Teilnehmenden in Gera, darunter auch 17 Auszubildende und ihre Pädagogen aus dem CJD Berufsbildungswerk Frechen
  • zum ersten Mal sind auch unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) beteiligt.

Der 16-jährige Fady kommt aus Syrien und ist erst seit zwei Monaten in Deutschland. Simon, 18, aus Eritrea ist dagegen schon seit zwei Jahren hier. Sie sind so genannte unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA): Sie sind ohne Eltern oder andere Erziehungsberechtigte aus ihrem Heimatland geflohen oder haben diese auf der Flucht verloren. Deshalb werden sie in einer Einrichtung des CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e. V. – die Chancengeber) betreut.

Zusammen mit mehr als 300 anderen Teilnehmenden, darunter auch 17 Auszubildende und ihre Pädagogen aus dem CJD Frechen, feierten Fady und Simon in Gera das CJD Jugendforum für Lebens- und Glaubensfragen. Unter dem Motto „ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST“ ging es um das Thema Vertrauen – auch Selbstvertrauen. „Vertrauen können, ohne etwas zu sehen, ist für viele junge Menschen eine Herausforderung“, erklärt dazu Andreas Dierssen, der Leiter des CJD Jugendforums: „Etliche von ihnen erkennen nicht alles, was in ihnen steckt.“ Das CJD Jugendforum soll dazu beitragen, dass die Jugendlichen in dieser Welt ihren Platz finden – dabei hilft ihnen die Gewissheit, von Gott getragen zu sein.   „Gott sieht Dinge in uns, die wir selbst nicht sehen“, betont Dierssen. „Gott hat den Menschen geschaffen und dann sagte Er zu ihm: ‚sehr gut‘.“ In den Workshops während des CJD Jugendforums beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Sie sollen lernen, dass Gott wie der Vater in diesem Gleichnis ist: ein Vater, der seine Kinder immer mit offenen Armen aufnimmt – egal, welche Fehler sie gemacht haben.

Die beiden jungen Flüchtlinge Fady und Simon sind Christen, der Glaube ist ihnen sehr wichtig. „Gott hat mich gerettet“, sagt Fady, der in Syrien Bomben und Kugelhagel erlebt hat. „Gott ist immer bei uns, er hilft immer“, ergänzt Simon.   Andere UMAs wie Scharif und Vali stammen aus Afghanistan. Sie sind Muslime, auch für sie hat ihre Religion eine große Bedeutung. Im CJD und auf dem CJD Jugendforum sind sie herzlich willkommen. „Jeder Mensch ist einzigartig“, meint dazu Andreas Dierssen: „Wir sind alle wundervoll geschaffen.“  

Hintergrund: Das CJD Jugendforum für Lebens- und Glaubensfragen findet alle zwei Jahre statt, dieses Jahr bereits zum zwölften Mal. In Workshops und Diskussionsrunden, mit viel Musik und Tanz stellen die Teilnehmenden Fragen nach dem Sinn des Lebens. Das Jugendforum ist die Großveranstaltung des CJD im Bereich der Religionspädagogik – eines der vier Handlungsfelder zur Persönlichkeitsbildung, zu denen auch die Musische Bildung, die Politische Bildung sowie die Sport- und Gesundheitspädagogik gehören. Damit unterstützen die CJD Mitarbeitenden die jungen Menschen zusätzlich zu Unterricht und Ausbildung bei der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit. Wie alle Großveranstaltungen des CJD ist auch das Jugendforum inklusiv: Zu den Teilnehmenden gehören Schülerinnen und Schüler, zum Teil mit Hochbegabung, genauso wie Menschen mit einer Behinderung, Auszubildende, Jugendliche, die früher Drogenprobleme hatten, oder Menschen mit einem Migrationshintergrund. Unbegleitete minderjährige Ausländer waren zum ersten Mal beim CJD Jugendforum dabei.