CJD Frechen feierte sein 40-jähriges Jubiläum am Tag der offenen Tür

19.09.2017 CJD BBW Frechen « zur Übersicht

Viele Attraktionen lockten viele Besucher ins CJD

 

Über 2000 Gäste kamen am Tag der offenen Tür ins CJD Berufsbildungswerk Frechen, um den 40. Geburtstag mitzufeiern, darunter neben Vertretern des öffentlichen Lebens, Eltern, Lehrer, Schüler und ehemalige Auszubildende.

„Im Schwäbischen sagt man zu jemanden, der 40 geworden ist: Jetzt bist Du weise und gescheit“, erklärte Markus Besserer, Gesamtleiter CJD NRW Süd/Rheinland in seiner Begrüßungsansprache. Er ist sich sicher, dass dies auch auf das CJD Frechen zutreffe.

In einer Talkrunde mit Zeitzeugen der ersten Stunde, die Michael Trippel, Stadionsprecher des 1. FC Köln moderierte, berichtete der 88-jährige Josef Baumann, damals im Frechener Stadtrat, Betriebsratsvorsitzender von Rhein-Braun und im Aufsichtsrat von RWE von der Grundsteinlegung des CJD Frechen, bei der er dabei war. Später habe er auch Jugendliche aus dem CJD in Arbeit übernommen. Nach anfänglicher Skepsis in der Bevölkerung sei das CJD Berufsbildungswerk schnell als gute Einrichtung zum Wohle der Jugend anerkannt worden. Das bestätigte auch Helmut Klein von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft und Hans- Willi Meier, ehemaliger Bürgermeister von Frechen. Er betonte, dass das CJD heute nicht mehr aus Frechen wegzudenken ist. Auch vier ehemalige Auszubildende der ersten Stunde, heute zwischen 55 und 60 Jahren (Annette Tornow, Sabine Wesseler-Kirsch, Heike Raetzig und Elke Schawohl), die vor 40 Jahren ihre Ausbildungen im CJD Frechen aufgenommen hatten, berichteten in der Talkrunde auf der Bühne in der Aula von ihren Erfahrungen im CJD. Sie sind sich einig, dass die gute Zeit im CJD unvergesslich bleibe, dass durch die intensive und sehr gute Förderung dort aus ihnen allen etwas geworden sei und dass sie dort Freunde fürs Leben gefunden haben.   

Markus Besserer blickte zurück auf die vergangenen Jahre, in denen sich im stetigen Wandel vieles verändert habe. Das CJD Berufsbildungswerk Frechen wurde nach einer einjährigen Bauphase im Sommer 1977 eröffnet. Am 4. September konnten 126 Rehabilitanden beginnen in den Berufsfeldern: Metalltechnik, Bautechnik, Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung, Körperpflege, Ernährung und Hauswirtschaft, Agrarwirtschaft, Wirtschaft und Verwaltung, und Textiltechnik. Seither wurde das Ausbildungsangebot immer wieder den Erfordernissen des Arbeitsmarktes angepasst. Es wurden fortlaufend neue Technologien in den Ausbildungswerkstätten eingeführt. Im Zierpflanzenbau entstand ein neues Gewächshaus, neue Ausbildungsberufe im Garten- und Landschaftsbau, im Fachlager und als Beikoch/Beiköchin kamen hinzu, wohingegen der Textilbereich wegen zu geringer Nachfrage abgeschafft wurde. Seit 2009 besteht ein neues Dienstleistungszentrum direkt am Clarenbergweg mit den Ausbildungsbereichen Friseur und Verkauf. Seit 1977 haben über 3600 Auszubildende aus dem CJD Frechen ihre Prüfung vor den Kammern erfolgreich abgelegt. In den letzten Jahren wurde das Angebot um die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) und das Projekt Chance Zukunft ergänzt. In leerstehenden Wohnhäusern auf dem CJD Gelände wurden eine Tagespflege für pflegebedürftige Angehörige, eine Großtagespflege für Kleinkinder sowie Wohngruppen der Jugendhilfe, wie für junge Männer zwischen 14 und 18 Jahren, die aufgrund problematischer Situation nicht mehr in ihrem bisherigen Umfeld bleiben können oder wollen, darunter minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge, eingerichtet.

Weitere Herausforderungen, die Besserer angehen wird für die Zukunft, sieht er in der Bildung von Flüchtlingen, in der Langzeitarbeitslosigkeit und in der Schaffung von Kindergartenplätzen. Die Übernahme eines großen Kindergartens in Frechen, der zurzeit gebaut wird, ist für Oktober 2017 geplant. 

Die Besucher des Tages der offenen Tür  ließen sich in den Werkstätten die Arbeit der Auszubildenden erklären und schauten ihnen beim Hämmern, sägen, malen und löten über die Schulter. Wie Wände farbig gestaltet werden mit Ornamenten in der Malerei,  wie ein Mauersteinversetzkran im Hochbau funktioniert, wie man baggert mit Minibagger im Garten- und Landschaftsbau, wie Holzprodukte, wie Regale, in der Tischlerei hergestellt werden, wie CNC Drehen und Fräsen in der Metallwerkstatt funktioniert,  - die jungen Auszubildenden zeigten den Besuchern mit ihren Meistern ihr Können. Die Hauswirtschaft bot Waffeln, selbstgemachte Marmelade und selbstgenähte Textilien an.  Die Besucher konnten auch selbst Hand anlegen beim Werkstattparcours in den einzelnen Werkstätten, in denen sie Aufgaben bewältigen mussten, ihre Geschicklichkeit erproben konnten und so Einblick in die Ausbildungsberufe erhielten. So mussten sie z.B. bei den Malern einen Farbstrich gerade ziehen, im Lager mit dem Hubwagen durch einen Parcours fahren, im Hochbau mit Kraft und Geschick eine Wand hochziehen und die Pflanzennamen erraten im Zierpflanzenbau u.v.m. An jeder Station erhielten sie nach Erledigung ihrer Aufgabe einen Stempel auf ihre Werkstatt Parcours Stationskarte, wofür sie bei Abgabe der Karte mit allen Stempeln schöne Preise erhielten. Tolle Preise erhielten die Besucher auch bei der Tombola.

Viel Spaß gab es beim Bogenschießen in der Sporthalle und bei den Auftritten auf der CJD Bühne in der Aula. Das bunte Bühnenprogramm begeisterte mit dem Auftritt der CJD Showdance Gruppe NOFILTER unter Leitung von Pädagoge Henning Druckrey, der Tanzgruppe „Kölsche Greesberger“ und der CJD Band unter Leitung von Pädagoge Lutz Meißner.

Stärken konnten sich die Besucher bei Würstchen, Salat und Fritten auf dem Dorfplatz, bei Kaffee, Kuchen und großer Geburtstagstorte in der Aula oder bei Erbsensuppe und asiatischer Gemüsereispfanne im Speisesaal.

Darüber hinaus gab es viel Unterhaltung mit Sport, Spiel, Spaß und Spannung und das Kinderprogramm mit Kinderschminken.

Im CJD Berufsbildungswerk Frechen erhalten derzeit  250  junge Menschen mit Lernbehinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen einer beruflichen und sozialen Rehabilitation die Chance auf Ausbildung  mit Kammerabschluss in 30 anerkannten Berufen. Die Ausbildungen und berufsvorbereitenden Maßnahmen im CJD Frechen werden im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt.

Während ihrer Rehabilitation besuchen die jungen Menschen das Berufskolleg im Berufsbildungswerk und werden sozial- und freizeitpädagogisch begleitet. 140  von ihnen wohnen in den Wohnhäusern im Berufsbildungswerk. Das Ziel lautet, mit der bestandenen Abschlussprüfung vor den zuständigen Industrie- und Handels- Landwirtschafts- und Handwerkskammern, den Sprung in ein eigenverantwortlich gestaltetes Leben zu schaffen. Aufgrund der intensiven und individuellen Förderung der Auszubildenden in den Werkstätten, im Berufskolleg und im Wohn- und Freizeitbereich bestanden Ende des letzten Ausbildungsjahres über 91% von ihnen die Abschlussprüfung vor den Industrie und Handels,- Handwerks, - und Landwirtschaftskammern. Über 65% fanden im letzten Jahr eine feste Arbeitsstelle. Seit 40 Jahren haben über 3600 Auszubildende die Prüfung vor den Kammern absolviert.

Integriert in das CJD Frechen sind außerdem Maßnahmen der Jugendhilfe, Jugendwohnen und eine Regelwohngruppe für junge Männer zwischen 14 und 18 Jahren, die aufgrund problematischer Situation nicht mehr in ihrem bisherigen Umfeld bleiben können oder wollen, eine Clearinggruppe für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge sowie eine Tagespflege für pflegebedürftige Senioren und Kinder unter drei Jahren.

Das CJD bietet jährlich 155.000 jungen und erwachsenen Menschen Orientierung und Zukunftschancen. Sie werden von 9.500 hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden an über 150 Standorten gefördert, begleitet und ausgebildet. Grundlage ist das christliche Menschenbild mit der Vision "Keiner darf verloren gehen!"