Eröffnungsfeier des CJD Bonn Godesberg und Eröffnung der Ausstellung "Gesicht zeigen!"

07.11.2016 CJD BBW Frechen « zur Übersicht

„Schön, dass was gelingt“, erklärte Pfarrer Matthias Dargel, Vorstandssprecher des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands e.V. (CJD – Die Chancengeber), bei einer Eröffnungsfeier des Tagungs- und Gästehauses CJD  Bonn Godesberg auf dem Heiderhof in Bonn. Das Haus war bekannt als Tagungshaus „Haus der Begegnung“, das bis zum 14.05.2016 von der Evangelischen Kirche im Rheinland geführt wurde. In der Zeit vom 15.05.-14.09.2016 wurden zahlreiche Umbau- und Renovierungsmaßnahmen durchgeführt, um das Haus auf einen ansprechenden, neuen Stand zu bringen. Matthias Dargel freut sich besonders, dass sich am Standort Bonn das CJD, zusätzlich zum CJD Bonn in der Graurheindorferstrasse, mit einem  weiteren Tagungshaus etablieren konnte, auch zur Sicherung von Ausbildungs– und Arbeitsplätzen. Er dankt den Vertretern der Evangelischen Kirche im Rheinland, dass sie dieses dem CJD ermöglicht hat und freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem PTI (Pädagogisch Theologisches Institut der EKiR), das im CJD Bonn Godesberg verbleibt und mit der ev. Kirche.

Oberkirchenrat Bernd Bauks, Leiter der Abteilung  Finanzen und Diakonie der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR),  ist sehr erfreut, dass das ehemalige „Haus der Begegnung“ der Kirche an das CJD übergeben werden konnte. Dafür dankt er vor allem seinem Team und Prof. Dr. Gotthard Fermor, Direktor des PTI, auch im Namen von Präses Manfred Rekowski. „Schön, dass sich alle drauf eingelassen haben“, betont Baucks. Symbolisch übergab Bernd Baucks einen „gebackenen Schlüssel aus Kuchengebäck“ an CJD Vorstand Matthias Dargel und Bodo Westhoff, Hoteldirektor des CJD Bonn Godesberg. Westhoff ist nun  „Kapitän des Schiffes CJD Bonn Godesberg“, wie ihn Markus Besserer, CJD Gesamtleiter NRW Süd/ Rheinland, der die Veranstaltung moderierte, bezeichnete. „Es läuft ganz gut, aber noch nicht perfekt, denn es ist nie alles genau berechenbar“, berichtet Westhoff von dem nun sechswöchigen Betrieb des Hauses. Er ist sehr froh, dass er viele Kollegen und Kolleginnen von der Kirche übernehmen konnte, denn nur mit ihnen könne er mit dem „Schiff Kurs aufnehmen“, ist sich Westhoff sicher.

Anschließend eröffnete das Pädagogisch Theologische Institut gemeinsam mit dem CJD Bonn Godesberg die Ausstellung eines Werkstattprojekts der Evangelischen Hochschule Bochum „Gesicht zeigen! Fotodialoge nach der  Flucht“.  CJD Gesamtleiter NRW Süd/Rheinland, Markus Besserer betont, dass die Ausstellung sehr gut zum CJD passe. Das Thema Flüchtlings- und Migrationsarbeit, gehöre, wie die Themen Begabungsförderung und Schule, Inklusion und Integration sowie Persönlichkeitsbildung und soziale Teilhabe, zu den wichtigen Themen der CJD Arbeit. Prof. Dr. Gotthard Fermor, PTI Direktor, wies daraufhin, dass das Haus zwar nicht mehr Haus der Begegnung heiße, aber weiterhin eines sei. „Es ist ein Haus der künstlerischen Bildung, wobei es immer auch um Begegnung geht“, erklärt Fermor.

Prof. Dr. Helene Skladny und Prof. Dr. Sigurd Hebenstreit von der Ev. Hochschule Bochum führten in die Ausstellung ein: In dem Künstlerisch-praktischen Werkstattprojekt trafen Studierende auf Menschen, die eine Fluchtgeschichte erlebt haben und in Deutschland leben. Sie verbrachten einen Tag miteinander, lernten sich kennen, feierten gemeinsam. Die Aufgabe war dann in zweier Teams ein Fotoportrait des geflüchteten Menschen zu erstellen. „Gesicht zeigen!“ meint einen wechselseitigen Prozess: Flüchtlinge und Einheimische gewinnen einen Eindruck von der Individualität ihres Gegenübers. Der eine ist nicht „der" Flüchtling, Nigerianer, Syrer, Afghane, Iraker, Kurde, sondern Bright, Ihab, Muhammed, Said, Resha. Die andere ist nicht das Musterexemplar der Deutschen, Vertreterin der westlichen Wertegemeinschaft, sondern zeigt sich ebenfalls als individuelle Persönlichkeit. So entstand z.B. das Bild einer jungen Frau aus Afrika mit ihrer kleinen Tochter. Ihre Tandempartnerin hat auch eine kleine Tochter. Es  fand eine Begegnung zweier junger Frauen und Mütter im Park statt. Über „Flucht“ wurde nicht gesprochen, weil es sich nicht ergab. Die Begegnung und der Austausch über das was gerade ist, das Kind, war für beide wichtiger. Außerdem zu sehen war Malerei von Thana Habasch aus Syrien. Unter dem Titel „ Ich bin eine Kurdin aus Aleppo“, spricht sie in ihren Gemälden von Krieg, Vertreibung, Flucht, Camp, aber auch über Gedanken und Deutungen sowie Hoffnungen und Utopien. „Die Bilder „sprachen“. Das, was ich über dieses Medium erfuhr, brauchte keine Worte. Ihre Bildwelten ließen mich eintauchen in ihre Gedanken, Empfindungen und Erfahrungen“, erklärt Helene Skladny. Musikalisch untermalt wurde die Eröffnung der Ausstellung von der Konzertpianistin Naira Ghazarian aus Syrien.  

Die Ausstellung dauert vom 3. November 2016 bis zum 1. März 2017. Öffnungszeiten sind:  Mo. – Do. 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr, Fr. 9:00 Uhr bis 13:30 Uhr, weitere Termine auch am Wochenende nach Absprache. Der Eintritt ist frei.  

Das CJD Bonn www.cjd-bonn.de ist zum einen ein Hotel und Tagungs- und Gästehaus, das am heutigen Standort 1992 eröffnet wurde, zum anderen Bildungsträger mit dem Angebot einer durch die Agentur für Arbeit geförderten Reha-Berufsausbildung für ca. 65 junge Menschen in gastronomischen Berufen und im Bürobereich. Seit 15. September betreibt das CJD Bonn auch das ehemalige Haus der Begegnung der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bonn Bad Godesberg. www.cjd-godesberg.de  

Das CJD bietet jährlich 155.000 jungen und erwachsenen Menschen Orientierung und Zukunftschancen. Sie werden von 9.500 hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden an über 150 Standorten gefördert, begleitet und ausgebildet. Grundlage ist das christliche Menschenbild mit der Vision "Keiner darf verloren gehen!"