Das CJD - Die Chancengeber CJD BBW Frechen

Bildung in Zeiten von Corona neu denken

23.04.2020 CJD BBW Frechen « zur Übersicht

 

CJD ist für die Menschen da

Das Corona-Virus hat das soziale und berufliche Leben vollkommen auf den Kopf gestellt – mit weitreichenden Folgen für viele Menschen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e. V.), dem auch das CJD Berufsbildungswerk Frechen angehört, setzen viel kreatives Potenzial frei. Damit geben sie jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf Struktur und Halt in einer von Unsicherheit geprägten Zeit.

Die Corona-Epidemie hat eine Dynamik und Dramatik entwickelt, die noch vor wenigen Wochen unvorstellbar war. Auch das Sozial- und Bildungswerk CJD hat den überwiegenden Teil seiner Einrichtungen vorübergehend geschlossen und hält die Angebote gleichzeitig aufrecht, wie im CJD Frechen. In kürzester Zeit mussten Lösungen gefunden werden, um die Angebote mit Auszubildenden und Schülern fortzusetzen. „Ganz wichtig ist, dass wir den Kontakt zu den jungen Menschen aufrecht halten“, sagt Petra Densborn, Mitglied des CJD Gesamtvorstands. Die Kommunikation läuft über alle zur Verfügung stehenden Kanäle wie E-Mail, Telefon oder verschiedene digitale Plattformen. Ganz konkret bedeutet das für die Praxis, dass Aufgaben und Lernangebote von den Teilnehmenden von zu Hause bearbeitet und in „virtuellen Klassenzimmern“ besprochen werden. Diese Umstellung fordert alle Beteiligten neu heraus. Die AusbilderInnen im CJD Berufsbildungswerk Frechen zum Beispiel nutzen verschiedene digitale Lern-, Trainings- und Coaching-Plattformen, um die Unterrichtsmaterialien und den Lernstoff zu den Teilnehmenden zu transportieren. Sie sind nach wie vor in den Einrichtungen erreichbar und stehen den Jugendlichen auch telefonisch oder per E-Mail zur Seite. Fachdienste, wie Psychologen und Ärzte, sind ebenfalls weiter für die Jugendlichen da. Denn die individuellen Bedarfe müssen gerade jetzt weiter berücksichtigt und aufgefangen werden.

Denn viele der vom CJD betreuten jungen Menschen brauchen besondere Zuwendung, weil sie beispielsweise ausgeprägte Lernschwächen haben, wie die Auszubildenden im CJD Frechen. Für sie ist es wichtig, dass sie durch den Kontakt zu den CJD Fachkräften ihren Tag strukturieren und auch weiter lernen können. Das gibt ihnen Halt in dieser besonderen Zeit.

In den sechs CJD Berufsbildungswerken, darunter das CJD in Frechen, werden viele neue und kreative Ideen umgesetzt. So drehen Ausbilder selbst Videos, um Lerninhalte zu vermitteln.

In der CJD Jugendhilfe in Frechen, in den stationären Wohnformen für Flüchtlinge und junge Menschen mit erhöhtem erzieherischem Betreuungsbedarf, halten die Fachkräfte die pädagogische und auch menschliche Betreuung und Pflege für mehr als 40 junge Menschen aufrecht. Gerade in einer Krisenzeit wie jetzt ist diese Hilfe und Betreuung notwendiger denn je.

Die Fachkräfte des CJD Frechen leisten dabei Großartiges. Sie unterstützen auch Kollegen und Kolleginnen an anderen Lernorten, wie zum Beispiel Erzieher André Wroblewski die Ausbilder im Gewächshaus des CJD Zierpflanzenbaus in Frechen (Foto).

Im Berufskolleg, der CJD Christophorus Schule Frechen, hat am 23. 4. 20 der Schulunterricht für die Schüler und Schülerinnen der Abgangsklassen, die bald die Kammerprüfung ablegen, begonnen. Folgen werden am 27.04. 20 die AVV-Klassen vor Ort in Frechen als Präsenzunterricht.

„Die Politik spricht von der größten Krise nach dem 2. Weltkrieg. Das CJD ist damals aus dieser Krise entstanden. Es hat für und mit Menschen Wege aus dieser Krise gefunden und ist diese konsequent gegangen. Das werden wir jetzt wieder tun“, so Petra Densborn.

Über das CJD

Das CJD ist eines der größten Bildungs- und Sozialwerke in Deutschland. Seine rund 10.000 Mitarbeitenden fördern und begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene an 369 Standorten in Kitas, Schulen, Berufsbildungswerken und Lehrbetrieben, in Kliniken, Reha-Einrichtungen, Wohngruppen und Werkstätten. Der seit der Gründung des Werkes 1947 geprägte Leitgedanke „Keiner darf verloren gehen!“ bedeutet heute für das CJD, dass jeder Mensch das Recht hat, Teil der Gesellschaft zu sein. Das CJD unterstützt Menschen auf diesem Weg. Es befähigt Menschen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und ein selbstständiges Leben zu führen durch bedürfnisorientierte und vernetzte Angebote. www.cjd.de; www.facebook.com/cjd.chancengeber

Im CJD Berufsbildungswerk Frechen erhalten derzeit 250 junge Menschen mit Lernbehinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen einer beruflichen und sozialen Rehabilitation die Chance auf Ausbildung  mit Kammerabschluss in 30 anerkannten Berufen.

Die Ausbildungen und berufsvorbereitenden Maßnahmen im CJD Frechen werden im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt.

Während ihrer Rehabilitation besuchen die jungen Menschen das Berufskolleg im Berufsbildungswerk und werden sozial- und freizeitpädagogisch begleitet. 140  von ihnen wohnen in den Wohnhäusern im Berufsbildungswerk. Das Ziel lautet, mit der bestandenen Abschlussprüfung vor den zuständigen Industrie- und Handels- Landwirtschafts- und Handwerkskammern, den Sprung in ein eigenverantwortlich gestaltetes Leben zu schaffen. Aufgrund der intensiven und individuellen Förderung der Auszubildenden in den Werkstätten, im Berufskolleg und im Wohn- und Freizeitbereich bestanden Ende des letzten Ausbildungsjahres 95,2 % von ihnen die Abschlussprüfung vor den Industrie und Handels,- Handwerks, - und Landwirtschaftskammern. Über 60% fanden direkt nach dem Ausbildungsabschluss eine feste Arbeitsstelle. Seit 42 Jahren haben  über 3600 Auszubildende die Kammer Prüfung erfolgreich abgelegt.

Integriert in das CJD Frechen sind außerdem Maßnahmen der Jugendhilfe, Jugendwohnen und eine Regelwohngruppe für junge Männer zwischen 14 und 18 Jahren, die aufgrund problematischer Situation nicht mehr in ihrem bisherigen Umfeld bleiben können oder wollen, darunter minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge sowie eine Tagespflege für pflegebedürftige Angehörige.