Das CJD - Die Chancengeber CJD BBW Frechen

Fach Tag zum Thema: Zukunft Berufsbildungswerk und Schule

22.10.2018 CJD BBW Frechen « zur Übersicht

Das CJD Frechen veranstaltete kürzlich einen Fach Tag zum Thema Zukunft Berufsbildungswerk und Schule. „Wir wollen unseren Blick in die Zukunft richten, wie wir auch zukünftig unsere Arbeit in der sozialen und beruflichen Rehabilitation von jungen Menschen mit lern- und psychischen Beeinträchtigungen, die Förderbedarf haben, gut leisten können“, erklärte Markus Besserer, Gesamtleiter CJD NRW Süd/Rheinland. In angenehmer Atmosphäre konnten sich 53 Teilnehmer, 12 Externe aus anderen CJD Einrichtungen aus dem CJD NRW Süd/Rheinland, von Schulen, Arbeitsagenturen, Jobcentern und Kammern weiterbilden durch Impulsreferate und Workshops über psychische Erkrankungen/ Auffälligkeiten in der Beruflichen Rehabilitation.  

Annette Scheidt, Leitende Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin Novarea RPK, Aachen und Düsseldorf und Dr. Stefan Zwernemann, Ärztlicher Leiter Novarea RPK Düsseldorf, Facharzt für Psychatrie und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie, Sozialmedizin und Suchtmedizin, referierten über  Borderline Störungen und soziale Phobien. Sie gaben wertvolle Tipps für den Umgang mit ihnen: Für die Borderliner, die sehr stimmungsschwankend von Angst, Wut Hass, Aggressivität, Verzweiflung bis Euphorie, sich selbst schädigend geprägt sein können und es dadurch in der Ausbildung zu Fehlzeiten, Unzuverlässigkeiten und Konflikten kommen könne gelte es „Fels in der Brandung“ zu sein, betonte Stefan Zwernemann. Sozialphobiker, die soziale Situationen meiden aus Angst vor Aufmerksamkeit, Beurteilung oder Blamage können unterstützt werden u.a. durch Aufzeigen von Entspannungswegen, durch Angebote zu Selbsthilfe oder Rollenspielen, riet Annette Scheidt.

Prof. Friedrich Linderkamp von der Bergischen Universität Wuppertal, Lehrstuhl RehabiIitationswissenschaften begeisterte mit seinem Vortrag über Herausforderungen und professionelles Handeln in Zeiten der lnklusion" und über den sokratischen Dialog.

Anke Zylmann, systemische Therapeutin bei Lobby für Mädchen, Mädchenberatungsstelle mit Schwerpunkt Ess-Störungen und sexualisierte Gewalt in Köln referierte über Ess-Störungen und Annette Höinghaus vom Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. referierte zum Thema „Dyskalkulie – kennt doch jeder.

Nach den Vorträgem und In den anschließenden workshops bestand ausreichend Zeit zur Diskussion, zur Besprechung von aktuellen Fallbeispielen und zur vertiefenden Meinungsfindung.

Für das leibliche Wohl und zur Stärkung von Geist und Körper wurde auch mit Köstlichkeiten gesorgt. Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmenden ein Zertifikat.

Uwe Schmitz, Fachbereichsleiter Gesundheit und Rehabilitation CJD NRW Süd/Rheinland, dankte den Referenten und Teilnehmenden und versprach Im nächsten Jahr wieder einen Fach Tag zu relevanten Themen der beruflichen und sozialen Rehabilitation zu organisieren.

Im CJD Berufsbildungswerk Frechen erhalten derzeit 250 junge Menschen mit Lernbehinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen einer beruflichen und sozialen Rehabilitation die Chance auf Ausbildung  mit Kammerabschluss in 30 anerkannten Berufen. Die Ausbildungen und berufsvorbereitenden Maßnahmen im CJD Frechen werden im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt.

Während ihrer Rehabilitation besuchen die jungen Menschen das Berufskolleg im Berufsbildungswerk und werden sozial- und freizeitpädagogisch begleitet. 140 von ihnen wohnen in den Wohnhäusern im Berufsbildungswerk. Das Ziel lautet, mit der bestandenen Abschlussprüfung vor den zuständigen Industrie- und Handels- Landwirtschafts- und Handwerkskammern, den Sprung in ein eigenverantwortlich gestaltetes Leben zu schaffen. Aufgrund der intensiven und individuellen Förderung der Auszubildenden in den Werkstätten, im Berufskolleg und im Wohn- und Freizeitbereich bestanden Ende des letzten Ausbildungsjahres 89,3% von ihnen die Abschlussprüfung vor den Industrie und Handels,- Handwerks, - und Landwirtschaftskammern. Über 60% fanden bereits eine feste Arbeitsstelle. Seit 41  Jahren haben  über 3600 Auszubildende die Kammer Prüfung erfolgreich abgelegt.

Integriert in das CJD Frechen sind außerdem Maßnahmen der Jugendhilfe, Jugendwohnen und eine Regelwohngruppe für junge Männer zwischen 14 und 18 Jahren, die aufgrund problematischer Situation nicht mehr in ihrem bisherigen Umfeld bleiben können oder wollen, darunter minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge sowie eine Tagespflege für pflegebedürftige Angehörige.

Das CJD bietet jährlich 155.000 jungen und erwachsenen Menschen Orientierung und Zukunftschancen. Sie werden von 9.500 hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden an über 150 Standorten gefördert, begleitet und ausgebildet. Grundlage ist das christliche Menschenbild mit der Vision "Keiner darf verloren gehen!"